Alte Spargelsorten

Spargel mit Charakter wird immer populärer

Gleichmäßig gerade weiße Stangen – so kennen die Deutschen ihren Spargel. Dieser sollte möglichst zeitig im Jahr auf den Tisch kommen und direkt aus der Region stammen. Viele Zuchteinflüsse waren notwendig, um Verfrühung und maximalen Ertrag zu gewährleisten und zudem Form, Farbe und Geschmack möglichst “glatt” zu bekommen. Die meisten Spargelliebhaber wissen gar nicht, dass ihr Lieblingsgemüse ursprünglich anders aussah und auch anders geschmeckt hat.

Ein steigender Konsumentenanteil fragt in Zeiten bewussterer Ernährung gezielt alte, charaktervolle Spargelsorten nach. Im Zuge der Rückbesinnung auf Gesundes und Altbewährtes, regionale Erzeugnisse und Nachhaltigkeit wird diesem bewusst: Auch der Spargel ist nicht mehr das, was er einmal war, weil seine Vereinheitlichung mit massiven Eingriffen einherging. In den 1970er und 1980er Jahren lösten Neuzüchtungen die alten Sorten ab. Der neue, uniforme Spargel wurde mit wenig Rücksicht auf Verluste widerstandsfähiger und vor allem ertragreicher gemacht, dabei aber auch langweiliger im Geschmack.

Neuerdings ist es vielen Verbrauchern wichtig, viel Geschmack und wenig Chemie in ihren Spargelstangen vorzufinden

Einheitliche, blütenweiße Stangen muss Mancher plötzlich gar nicht mehr so dringend haben: “Da kann die ein oder andere Stange auch schon mal krumm und schief sein und auch ein leicht gefärbtes Köpfchen haben. Es kommt in erster Linie auf den Geschmack an”, preist eine Wochenmarktbesucherin die alten Sorten.

Nussig, süß und auch leicht bitter – geradezu würzige Noten – das verbindet man heutzutage eher nicht mehr mit Spargel. Mit genau diesen Geschmacksnuancen punkten die alten Sorten. Sie tragen philosophisch anmutende Namen, wie Schwetzinger Meisterschuss, Ruhm von Braunschweig, Frühbote, Eros, Mary Washington oder Huchels Alpha. Das klingt nach Gemüse mit Charakter, und genau so schmeckt es auch.

Vor- und Nachteile des Anbaus und der Vermarktung

Einige Erzeuger, die auf den Anbau der alten Sorten setzen, berichten, diese seien weniger anfällig für Pilz- und Insektenbefall: Ihre Zellwände seien kräftiger als die moderner Züchtungen. Demnach müsse bei der Produktion auch weniger Chemie eingesetzt werden. Der Aufwand des Anbaus unter Folie entfällt ebenfalls: Der Urspargel entfalte seine Vorzüge erst im Freilandanbau gänzlich, sagen die Erzeuger.

Außer Frage steht, dass die alten Sorten weniger ertragreich sind und höhere Marktpreise erzielen müssen. Die Zahl derer, die für den Zugewinn an Geschmack und das ökologisch reine Gewissen gerne etwas mehr Geld ausgeben, wird jedoch immer größer. Und diese Entwicklung wird sich voraussichtlich auch in den kommenden Jahren fortsetzen.

In jedem Fall schaffen sich Erzeuger, die auf den Anbau und die Vermarktung des Urspargels setzen, Alleinstellungsmerkmale: Noch sind die alten Sorten Geheimtipps. Genau hier schlummert also mutmaßlich ein zukünftiger Wettbewerbsvorteil: Wenn die alten Sorten weitere Nachfrageanteile gewinnen, werden sich auch immer mehr Verbraucher nach Vermarktern mit entsprechendem Angebot umsehen.

 

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