Anbaubetriebe müssen über aktuelle Forschungsergebnisse und neue Methoden zur Ernteoptimierung Bescheid wissen. Darum luden die Vereinigung der Spargelanbauer Westfalen-Lippe e.V. und die Landwirtschaftskammer NRW am 12. Dezember 2016 zum Spargelseminar nach Münster-Wolbeck ein. Die Themen lauteten:

  • Registrierkassen ab 1.1.2017
  • „Temperaturmessungen im Spargeldamm“
  • eine Analyse der Produktionskosten von Spargel in Abhängigkeit vom Foliensystem
  • Aktuelles aus der Beratung der LWK NRW
  • Spargelstraße NRW
  • Rückblick auf 40 Jahre Spargelberatung und ein Ausblick für die Zukunft

REGISTRIERKASSEN

Jürgen Helming

Interessiert horchten die Teilnehmer auf, als Steuerberater Jürgen Helming über gesetzliche Anforderung an elektronische Registrierkassen ab 1.1.2017 referierte. Unabänderlich, zeitnah, protokolierbar und kassensturzfähig müssen sie sein, betonte der Referent.

„Sie selber sind für dieses Thema verantwortlich“, untermalte er die neuen strengen Pflichten, die ein Anbaubetrieb beachten muss.

Lesen Sie hier mehr zum Thema Barkasse.

 

 

KOSTENERSPARNIS UND GEWINNEFFIZIENZ DURCH TEMPERATURMESSUNGEN

Robert Thomas

„Mit kontrolliertem Foliensystem gibt es deutlich höhere Erträge von Klasse I Ware. Also eine höhere Qualität und bessere Arbeitsplanung“, stellte Robert Thomas, von Deepfield Robotics (Bosch) in seinem Vortrag neue Temperaturmessmethoden im Spargeldamm vor.

Das Messgerät der Firma ermögliche optimale Temperaturmessungen im Foliensystem. Jederzeit einsehbar werden die Daten an eine App aufs eigene Smartphone gesendet. So könne man den idealen Zeitpunkt für die Foliendrehung und den idealen Erntezeitpunkt besser ermitteln.

Ein weiteres System für die Klimaüberwachung in Gemüse- und Obstkulturen sei bereits geplant.

 

PRODUKTIONSKOSTEN VON SPARGEL IN ABHÄNGIGKEIT VOM FOLIENSYSTEM

Michael Schulte

Michael Schulte von der Universität Göttingen ging in seinem Fachvortrag auf die Effizienz von Tunneln und Folien im Hinblick auf die Produktionskosten von Spargel ein.

Die Nutzung unterschiedlicher Foliensysteme sorgt für eine Risikominimierung. Ein höherer Ertrag und Verkaufspreis beim Minitunnel sorgen für eine deutliche Leistungssteigerung – wobei 2015 definitiv ein Ausnahmejahr war.“, fasste er die Ergebnisse zusammen.

Unter Erhebung zahlreicher Daten kam Schulte in Zusammenarbeit mit Christian Thiermann, vom Spargelhof Thiermann und Prof. Dr. Ludwig Theuvsen, vom Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung an der Universität Göttingen, zu diesem Schluss.

 

IMMER AM BALL – AKTUELLES AUS DER BERATUNG DER LWK NRW

Ralf Große Dankbar

Nach dem gemeinsamen Mittagessen und dem Besuch der Fachausstellung informierten Ralf Große Dankbar und Carsten Wenke vom Spargelteam NRW die Teilnehmer über Ergebnisse der Praxisversuche zum „Spritzschaden“ sowie der Zwischenreihenbegrünung und gaben Tipps zum Thema Folien und Öffentlichkeit.

Mit anschaulichen Bildern untermalte Große Dankbar die Ergebnisse eines „Spritzschaden-Tests“, der verschiedene Herbizid-Mischungen und ihre Auswirkungen untersuchte.

Das Ergebnis: praxisübliche Mischungen seien verträglich und trotz hoher Aufwandmengen habe der Versuch keine sichtbaren Schäden ergeben.

Mit einer versuchsweise ausgebrachten Kleegrasmischung zur Zwischenreihenbegrünung konnten die Referenten ab August so viel Bodenabdeckung durch Spargel und Kleegrasmischung feststellen, dass kein Unkraut mehr auflaufen konnte.

 

Carsten Wenke

Es folgten nützliche Hinweise zum Thema Nutzung von Folien in der Öffentlichkeit.

Der Rat vom Spargelteam: Halten Sie als Anbauer positive Argumente für die Folienabdeckung parat.

Beispiele können sein:

  • wirksamer Schutz vor Bodenerosion
  • bessere Qualität der Ernte
  • teilweise Verzicht auf Herbizide.

Allgemeine Zustimmung fanden die Referenten bei den Tipps zur fachgerechten Lagerung und Entsorgung von Folien:

Die Folien müssten ordentlich an Feldrand gelagert sein. Dies mache einen deutlich positiveren Eindruck auf zufällige Betrachter als ein unaufgeräumter Folienhaufen.

Beschwerden dagegen würden schon allein durch die ordentliche Lagerung deutlich milder ausfallen.

RÜCK- UND AUSBLICK

Dieter Weber

Dieter Weber vom LWK NRW gab einen Rückblick auf 40 Jahre Spargelberatung.

Sein Fazit: Dass die Erntemenge an Spargel in Niedersachsen seit 1980 einen kontinuierlichen Anstieg erfuhr, sei mit der Folieneinführung zu erklären.

Beim Akzeptanzaufbau für Folienflächen dürfe man die Bedeutung von Imagekampagnen nicht unterschätzen.

Außerdem verdeutlichte er anschaulich den Entwicklungsfortschritt in Sachen Pflanzenschutz.

Seine Annahmen:

In der Zukunft werde die Anzahl der zur Verfügung stehenden Pflanzenschutzmittel abnehmen.

Der Absatz küchenfertigen Spargels werde erheblich zunehmen.

Die Spargelpreise werden steigen, und durch die immer weiter voranschreitende Verfrühung wird der Absatz im Juni geringer ausfallen.

Der „Trend Grünspargel“ werde an Bedeutung und beim Anbau deutlich zunehmen. Passend dazu stellte er verschiedene Sorten mit Ihren Vor- und Nachteilen in Anbau und Ertrag vor.

Die umfangreiche Informationsveranstaltung endete mit angeregten Gesprächen bei Kaffee und Kuchen.

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