Die neuen Zertifizierten Fachkräfte mit ihren Zertifikaten

Abschlussbild: Die Kursteilnehmer mit ihren frisch erworbenen Zertifikaten              Alle Fotos von Tanja Dolić

Für das nächste Seminar „Zertifizierte Fachkraft für Spargel-, Erdbeer- und Beerenobstanbau“ im Januar 2018 sind aktuell nur noch wenige Plätze frei – Anmeldungen werden noch entgegengenommen.
Was einen im Seminar erwartet, wie genau es abläuft und was ihr daraus mitnehmen könnt, erfahrt ihr hier

Der Erdbeer- und Spargelanbau zählt in der Landwirtschaft zu den Nischenthemen. Im Regelfall bereitet weder die Uni noch eine Ausbildung umfassend darauf vor. Autodidaktik oder learning by doing heißt in diesem Sektor folglich normalerweise die Devise.

In diese Lücke stieß das Seminar der LWK NRW zur zertifizierten Fachkraft für Erdbeer-, Beeren- und Spargelanbau – 2017 bereits zum sechsten Mal. Es fand im Bildungszentrum Münster-Wolbeck statt.

Betriebsnachfolger, künftige und aktuelle Betriebs- und Bereichsleiter, Hochschulabsolventen, aber auch Praktiker aus anderen Fachrichtungen nahmen am dreiwöchigen Fachkräfte-Seminar teil.

Sie wollten vor allem eines: mehr über den Erdbeer- und Spargelanbau lernen. Die häufigsten Fragen drehten sich um Kulturverfahren und wie das Optimum aus dem eigenen Betrieb herauszuholen ist.

Referenten aus Wissenschaft, Forschung und vor allem aus der Praxis hielten zahlreiche Vorträge und gaben nützliche, praxisrelevante Tipps.

 Anbau

Anbau von Erdbeerpflanzen

Erdbeerpflanzen

Das Kultivieren von Strauchbeeren und Erdbeeren – ebenso wie von Spargel – rollten die Referenten vom Planungsprozess an detailliert auf: Standortwahl, Kulturverfahren und vieles mehr wurde eingehend beleuchtet. Grob zusammengefasst hieß es am Ende: Schon die Jungpflanzenauswahl sollte wohlüberlegt sein.

Neben der richtigen Sortenwahl stellt sich im Erdbeeranbau auch die Frage, ob für den eigenen Betrieb Frigos, Wartebeet- oder Topfpflanzen die bessere Wahl sind. Das wiederum hängt natürlich vom Kulturverfahren ab – Substrat, Tunnel, Damm oder doch Freiland?

In jeder Hinsicht sind die Vor- und Nachteile vorher abzuwägen.

Und genau hierzu lieferte das Seminar umfassende Fakten, Tipps und Bewertungsstrategien. Besonders groß war das Interesse der Teilnehmer an Tabellen zur Wirtschaftlichkeit einzelner Anbausysteme und Kulturen.

Auch Pflanzenschutz sowie die richtige Bewässerung nahmen große Themenblöcke ein.

Mit Tipps zur richtigen Applikationstechnik erhielten die Teilnehmer das notwendige theoretische Rüstzeug, um in Zukunft den Pflanzenschutzmitteleinsatz so gering wie möglich zu halten.

Für konkrete Fragen der Teilnehmer, die meist auf den eigenen Erfahrungen beruhten, waren alle Dozenten stets aufgeschlossen.

Spargelkäfer, Spargelhähnchen oder Spargelfliege – welcher Schädling hat sich an der Kultur zu schaffen gemacht?

Unterricht am Bildbesipiel

Unterricht am Bildbeispiel

Das Thema Schädlingsbekämpfung bekam ebenfalls viel Raum im Schulungsplan: Welches Schadbild ist welchem Schädling zuzuordnen?

Welcher Nützling ist in welchem Fall und welcher Kultur gegen welchen Schädling einsetzbar? Beides ist nicht immer leicht zu erkennen.

Anhand zahlreicher Bildbeispiele bestimmten die Teilnehmer die verschiedenen Schädlinge und Schaderreger und erarbeiteten die richtige Vorgehensweise.

Zurück auf dem eigenen Betrieb können sie so künftig bei einem Befall bereits eine erste Einschätzung treffen.

Gleiches gilt natürlich auch für pilzliche und bakterielle Schaderreger.

Über das gesamte Seminar hinweg begleitete die Teilnehmer in Abständen das Erlernen von Schädlingen und kulturspezifischen Krankheiten sowie deren Bekämpfung.

Selber ausprobieren

Bodenprobenentnahme - so geht's

Bodenprobe entnehmen – so geht’s

Jacke an und ab nach draußen hieß es während des Seminars so manches Mal.

Ein Beispiel: Bevor man Spargel anpflanzt, sollten Bodenproben entnommen und analysiert werden.

Wie die Probenentnahme genau funktioniert und was man schon bei der Entnahme über die Qualität des Bodens sagen kann, erfuhren die Teilnehmer in der Praxis.

Viele dieser Kurzeinheiten lockerten den theoretischen Unterrichtsteil auf und veranschaulichten das Erlernte.

 

 

 

 

Mitarbeiterführung

Unterricht

Im theoretischen Unterricht

Zum Rüstzeug eines erfolgreichen Betriebsleiters gehört neben dem nötigen Fachwissen auch die richtige Anleitung der Mitarbeiter:

Mit dem Führungsstil steht und fällt oft der Erfolg eines Unternehmens.

Weshalb auch Kommunikationstechniken, Teamprozesse, Konflikthandhabung sowie Aufgabenanleitung und -kontrolle vermittelt wurden.

 

 

 

Unternehmergespräche

Besichtigung des Betriebs Cornelius Gerbert

Besichtigung des Betriebs Cornelius Gerbert

Um den theoretischen Input praxisnah zu flankieren, standen mehrere Betriebsbesichtigungen auf dem Programm.

Zum Beispiel beim Betrieb Cornelius Gerbert.

Nach dem detaillierten Betriebsrundgang fühlten die Teilnehmer dem Betriebsinhaber mit ihren Fragen rund um Praxis und persönliche Erfahrungen beim Anbau auf den Zahn.

Gerbert freute sich und gab gerne Auskunft.

 

 

Unternehmengespräch bei Heuling Maschinenbau

Zu Besuch bei Heuling Maschinenbau

Um die Branche rund um Erdbeer- und Spargelanbau von Grund auf zu verstehen, standen Besuche der Interaspa in Hannover und Betriebsbesichtigungen bei Kraege Beerenpflanzen, Heuling Maschinenbau, HMF Hermeler Maschinenbau und dem Lebensmittel-Großhandel Weiling auf der Tagesordnung.

Die Betriebsleiter standen den Teilnehmern gerne Rede und Antwort.

 

 

 

Praxistage bei der DEULA Warendorf

Zur praktischen Ausbildung ging es für vier Schulungstage zur DEULA Warendorf.

Hier konnten sich die Teilnehmer bei Sägearbeiten am liegenden Holz, auf dem Traktor, beim Führen von Flurförderzeugen und am Freischneider beweisen. Das brachte eine Menge Spaß und Praxisnähe.
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Abschlussprüfung

Am letzten Tag der Weiterbildung wurde es noch einmal spannend: Die Abschlussprüfung der angehenden zertifizierten Fachkräfte dauerte bis in den Nachmittag hinein.

Kurz noch einmal in den dicken Unterlagenordner reingeschaut, mit dem Kollegen über Schaderreger, deren Auswirkungen und Schutzmaßnahmen gequatscht und danach aufgeregt den Flur hinauf und herunter gewandert, bevor es in die Prüfung ging – und schon war auch dies geschafft.

Aus allen „Ackerdemikern“ wurden zertifizierte Fachkräfte.

Insgesamt war die gesamte Veranstaltung eine gelungene Mischung aus Bildung und Lernen, die allen Beteiligten viel Spaß bereitet hat.

Die Teilnehmer haben nicht nur jede Menge nützlichen Input mit nach Hause genommen – auch bot das Seminar eine Gelegenheit, sich in der Branche freundschaftlich zu vernetzen.

 


 

Infos zum Seminar und Anmeldeunterlagen

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