Foto: Ocean Reef Group/Nemo’s Garden

 

von Grita Behrens

Kann Unterwasserlandwirtschaft eine Zukunftsperspektive für den Erdbeeranbau sein?

Zur Flächenerweiterung oder als Ersatz für erdbeermüde Böden?

Die Antwort auf diese Fragestellung liegt in weiter Ferne – aber der Unterwasseranbau mit Basilikum klappt schon heute:
Im Mittelmeer vor dem italienischen Ort Noly laufen schon seit 5 Jahren Versuche, Pflanzen unter Wasser anzubauen.
Transparente, mit Luft gefüllte Ballons (Biosphären) werden im Meer verankert, darinnen Gefäße mit Pflanzensamen.
Die Samen keimen in Substraten wie Kokostorf, Blumensteckschaum, Vulkangestein oder Glaswolle.

Die Idee zur submarinen Plantage stammt von Sergio Gamberini, Inhaber einer Firma für Tauchausrüstungen.
Gamberini will die konstante Umgebungstemperatur und die natürliche Verdunstung für Unterwasser-Treibhäuser nutzen, um Süßwasser zu sparen.

Unterwasseranbau im Mittelmeer   Foto: Ocean Reef Group/Nemo’s Garden

Unterwassergewächshäuser im Mittelmeer      Foto: Ocean Reef Group/Nemo’s Garden

 

So funktioniert das Unterwassergewächshaus:

Die Sonne erwärmt die Ballons, die die Wärmeenergie speichern.

Kamerabild der Fernüberwachung    Foto: Ocean Reef Group/Nemo’s Garden

Weil die Luft in der Biosphäre verbleibt, steigt die Luftfeuchtigkeit konstant an und kondensiert teilweise an der vom Meerwasser gekühlten Hülle.
Auf diese Weise verbleibt das für das Pflanzenwachstum benötigte Süßwasser in einem Kreislaufsystem.

Das System spart Süßwasser, benötigt jedoch Taucher zum Säen, Düngen und als Erntehelfer.
Pflanzen, die wie Basilikum, Thymian, Oregano, Blattsalat und Bohnen eher anspruchslos sind, gedeihen in den Biosphären, erzielen aber von der Größe her nicht gerade einen Eintrag für das Guinness-Buch der Rekorde.

 

 

Nemo's Garden vor der Küste von Noly  Foto: Ocean Reef Group/Nemo’s Garden

Nemo’s Garden vor der Küste von Noly
Foto: Ocean Reef Group/Nemo’s Garden

Gamberinis Vision ist die Entwicklung von Unterwassertreibhäusern auch für Wüstenregionen.
Nach einer längeren Experimentierphase mit unterschiedlichen Biosphären, Materialen, Pflanzenkulturen und vielem anderem mehr ist es seiner Aussage nach seit diesem Jahr möglich, diese Idee industriell oder für die Pharmaindustrie zu nutzen.
Seit 2016 sind die Biotope mit vielen Sensoren, Belüftungstechnik und Kameras zur Fernkontrolle ausgestattet.

Man darf also gespannt sein, ob und wie sich die Unterwasserlandwirtschaft weiterentwickelt und ob eines Tages die erste Unterwassererdbeere geerntet wird…

 

 

Für weitere Infos: Hier geht’s zur Website von Nemo’s Garden.

 

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