Ein Wandel in der Landwirtschaft hin zu mehr Klima-, Umwelt- und Tierschutz ist notwendig – und eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Ökologisches Handeln müsse dabei in ökonomischen Erfolg umgesetzt und finanziell angemessen unterstützt werden. 

Das ist die zentrale Botschaft des Abschlussberichts der „Zukunftskommission Landwirtschaft“.

 

 

Die Zukunftskommission

 

 

 Angesichts steigender gesellschaftlicher Erwartung an die Landwirtschaft hatte das Bundeskabinett im Juli 2020 die ‚Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL)‘ eingesetzt.

Aufgabe der Kommission unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Peter Strohschneider war es, langfristige Empfehlungen und Leitlinien für den Transformationsprozess des Landwirtschafts- und Ernährungssystems zu erarbeiten. Es ging um einen Blick weiter in die Zukunft, über das Tagesgeschäft hinaus.

Konkret ging es darum, Klima- und Umweltschutz zusammenzubringen mit Ernährungssicherung und dem Erhalt einer ökonomisch tragfähigen Landwirtschaft in Deutschland. Die ZKL setzt sich zusammen aus allen relevanten Bereichen: Landwirtschaft, Wirtschaft, Handel, Verbraucher, Umwelt- und Tierschutz sowie Wissenschaft.

Die Kommission hat ihren Abschlussbericht in der vergangenen Woche einstimmig verabschiedet und nun der Bundeskanzlerin übergeben.

 

 

Empfehlungen über das „Tagesgeschäft“ hinaus

 

Die heimische Landwirtschaft ist systemrelevant. Doch Landwirtschaft und ländliche Räume stehen vor zum Teil gravierenden strukturellen und wirtschaftlichen Änderungen. Konkret geht es darum, Klima- und Umweltschutz zusammenzubringen mit Ernährungssicherung und dem Erhalt einer ökonomisch tragfähigen Landwirtschaft in Deutschland. 

Aufgabe der unabhängigen Expertenkommission war es daher, über das Tagesgeschäft hinaus langfristige Empfehlungen und Leitlinien für den Transformationsprozess des Landwirtschafts- und Ernährungssystems zu erarbeiten.

 

 

Wichtige Ergebnisse des Abschlussberichts

 

Die Kommission betont, dass der nötige Wandel einer finanziell angemessenen Unterstützung bedürfe – unter anderem auch durch eine schrittweise Umstellung insbesondere der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP).

Der Transformationsprozess sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Konkret benennt der Bericht Zielvorstellungen und Leitlinien sowie Handlungsmöglichkeiten.

 

Es werden unter anderem Empfehlungen gegeben für

  • mehr Anstrengungen zur Steigerung des Klima- und Umweltschutzes, unter anderem durch den Ausbau landwirtschaftlicher Treibhausgassenken (Moore und Humus), die Schaffung stabiler Agrar-Ökosysteme sowie regionaler Wirtschafts- und betrieblicher Nährstoffkreisläufe.
  • die Reduzierung des Konsums tierischer Produkte, die Verbesserung des Tierwohls und eine umweltverträglichere räumliche Verteilung der Tierhaltung (gegebenenfalls mit einer weiteren Verringerung der Tierbestandszahlen).
  • die Erhöhung der Markttransparenz landwirtschaftlicher Produkte, zum Beispiel durch Kennzeichnungen und Zertifikate.
  • die Förderung unterschiedlicher betrieblicher Geschäftsmodelle sowie von regionalen und Direktvermarktungswegen.
  • die faire Ausgestaltung von Abnahmebeziehungen der Landwirtschaft mit nachgelagerten Bereichen (zum Beispiel Mühlen, Molkereien und Zuckerfabriken) sowie dem Handel.
  • eine zielgerichtete staatliche Finanzierung der gesellschaftlichen Anforderungen an die Landwirtschaft. Etwa durch den Umbau der flächengebundenen Direktzahlungen der Ersten Säule der GAP im Laufe der nächsten zwei Förderperioden (bis spätestens 2034).
  • Planungssicherheit für Betriebe zum Beispiel für Investitionen.

 

 

Transformationsprozess verursacht Kosten

 

Die Kommission weist darauf hin, dass der anstehende Transformationsprozess mit höheren Produktionskosten und Lebensmittelpreisen einhergehen wird. Diese würden den bisherigen Finanzrahmen der öffentlichen Haushalte übersteigen. Deshalb müssten – neben weiteren öffentlichen Mitteln – Mehrkosten auch auf den Märkten erwirtschaftet werden. Daraus resultierende Härten seien durch einen sozialen Ausgleich für einkommensschwächere Haushalte abzufedern.

Die voraussichtlichen jährlichen volkswirtschaftlichen Kosten einer durchgreifenden Transformation der Landwirtschaft lägen jedoch weit unterhalb der Kosten, die in Bezug auf Umwelt und Gesundheit entstehen würden, wenn der Status Quo unverändert fortgeführt würde.

Insgesamt kann die Umgestaltung nach Auffassung der ZKL mit einer fairen gesellschaftlichen Lastenverteilung und gesamtvolkswirtschaftlichen Einsparungen einhergehen.

 

Den kompletten Bericht gibt es zum Download unter https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Landwirtschaft/abschlussbericht-zukunftskommission-landwirtschaft.pdf?__blob=publicationFile&v=2

 

 

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