Eine neue Statistik widerlegt das gängige Vorurteil, das Landwirte immer mehr Spritzmittel einsetzen.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat den Absatz an Pflanzenschutzmitteln in Deutschland anhand der Meldungen gemäß § 64 des Pflanzenschutzgesetzes für das Jahr 2018 untersucht.

Die Erhebung zeigt einen deutlichen Rückgang des Einsatzes von Spritzmitteln.

 

 

Niedrigster Stand seit 10 Jahren

 

Im vergangenen Jahr ist die Menge der in Deutschland in den Markt gebrachten Pflanzenschutzmittel auf den niedrigsten Stand seit über zehn Jahren gesunken.

Der Absatz (ohne inerte Gase) sank im Vergleich zum Vorjahr um knapp 15 Prozent auf 29 583 Tonnen Wirkstoff (2017, ohne inerte Gase: 34 583 Tonnen), wie aus der jetzt veröffentlichten amtlichen Statistik des BVL hervorgeht.

Bei den Herbiziden einschließlich Safener sank der Absatz auf 14 545 Tonnen (2017: 16 716 Tonnen) und bei Fungiziden auf 11 686 Tonnen (2017: 13 271) während bei der Gruppe der Insektizide, Akarizide und Synergisten der Absatz auf 880 Tonnen (2017: 857 Tonnen) leicht stieg.

Der allgemeine Rückgang spiegelt sich auch im Umsatz der im Industrieverband Agrar e. V. (IVA) organsierten Unternehmen der deutschen Pflanzenschutz-Industrie wider, der im selben Zeitraum um 7,4 Prozent zurückging.

„Die neue Absatz-Statistik entkräftet das häufig zu hörende Vorurteil, unsere Landwirte spritzten immer mehr Pflanzenschutzmittel. Durch Witterungseinflüsse oder veränderten Schädlingsdruck kann es von Jahr zu Jahr zu Schwankungen bei der Absatzmenge kommen, aber es gibt keine Belege für einen ansteigenden Trend“, erklärte IVA-Geschäftsführer Martin May.

 

 

Mehr Mittel und Wirkstoffe zugelassen

 

Insgesamt 872 Mittel waren 2018 (Stand 5.12.2018) in Deutschland unter 1690 Handelsnamen zugelassen. Im Jahr 2009 waren es noch 629 Mittel unter 1125 Handelsnamen, auch die Zahl der Wirkstoffe hat sich von 255 (2009) auf 285 (2018) erhöht.

Den größten Anteil machen dabei in allen Branchen Mittel gegen Unkräuter und Pilzkrankheiten aus.

Im Obstbau waren vor allem Mittel gegen Pilzkrankheiten (54), Unkräuter (38), Insekten (31) und Wachstumsregler inkl. Keimhemmungsmittel (30) zugelassen, im Gemüsebau Mittel gegen Pilzkrankheiten (56), Unkräuter (50), Insekten (38) und gegen Schnecken (13).

 

 

Kohlendioxyd und Glyphosat Spitzenreiter

 

Die Rangliste der Wirkstoffe mit dem höchsten Inlandsabsatz im Jahr 2018 führt bei beruflichen Verwendern Kohlendioxid (mehr als 10 000 Tonnen) vor dem umstrittenen Glyphosat (2500 bis 10 000 Tonnen) und den Wirkstoffen Schwefel, Mancozeb, Chlormequat und Metamitron (1000 bis 2500 Tonnen).

 

Die gesamte Statistik gibt es hier zum Download.

 

 

 

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