Einst waren die Menschen Jäger und Sammler.

Doch irgendwann änderte sich die Art, wie die Menschen sich ernähren.

Sie wechselten zur Landwirtschaft – und das unabhängig voneinander, aber beinahe zeitgleich in vielen Regionen der Welt.

Warum sie plötzlich zu diesem viel arbeitsintensiveren Prozess übergingen, beschäftigt die Wissenschaft schon lange.

 

 

Neue Studie veröffentlicht

 

Der archäologische Blick in die Vergangenheit – insbesondere auf die Bewältigung und Anpassung der Bevölkerung an den Wandel des Lebensraums – sollen dabei helfen, mit der Klimaerwärmung in den kommenden Jahrzehnten besser umzugehen und Lösungsansätze zu finden.

Der Anthropologe Elic Weitzel hat sich in einer neuen Studie mit diesem Thema beschäftigt.

„Viele Beweise deuten darauf hin, dass Domestizierung und Landwirtschaft nicht viel Sinn machen”, sagt Elic Weitzel, Ph.D. Student an der Universität von Connecticut. „Jäger und Sammler arbeiten weniger Stunden am Tag, ihre Gesundheit ist besser und ihre Ernährung ist abwechslungsreicher. Warum sollte dann jemand umstellen und mit der Landwirtschaft beginnen?”

 

 

Zwei Theorien

 

Weitzel suchte in den östlichen Vereinigten Staaten nach Beweisen, um eine der beiden existierenden populären Theorien zu stützen.

Die eine Theorie besagt, dass in Zeiten des Überflusses vor ca. 4500 Jahren mehr Zeit für die Domestizierung von Pflanzen aufgewendet werden konnte.

Die andere Theorie meint, dass die Domestizierung entstand, als die Zeiten nicht so gut waren, um die Versorgung zu ergänzen.

Weitzel testete beide Hypothesen.

Dazu analysierte er Tierknochen aus den letzten 13.000 Jahren aus einem halben Dutzend archäologischer Stätten im Norden von Alabama und dem Tennessee River Valley.

Dort geben Überreste menschlicher Siedlungen Hinweise darauf, wie die Bewohner gelebt und was sie gegessen haben: Anhand von Pollendaten aus Sedimentkernen aus Seen und Feuchtgebieten, also Kernen, die Aufzeichnungen über die Pflanzenarten zu unterschiedlichen Zeitpunkten enthalten.

 

 

Kein eindeutiges Bild

 

Weitzel fand Pollen aus Eiche und Hickory, was zu der Schlussfolgerung führte, dass Wälder aus diesen Arten die Region während der Erwärmung des Klimas dominierten, aber auch zu einem Rückgang des Wasserspiegels in Seen und Feuchtgebieten führten.

Zusammen mit den abnehmenden Seen zeigten die Knochen eine Veränderung der Ernährung, die vormals reich an Wasservögeln und großen Fischen war, zu kleineren Schalentieren.

Zusammengenommen liefern diese Daten eher einen Beweis für die zweite Hypothese: Es gab ein gewisses Ungleichgewicht zwischen der wachsenden menschlichen Bevölkerung und ihrer Ressourcenbasis, das möglicherweise durch Ausbeutung und auch durch den Klimawandel beeinflusst wurde.

Weitzel sieht darin jedoch auch Unterstützung für die erste Hypothese, dass ein Überfluss an Eichen- und Hickorywäldern eine ebenso verbreitete Wildartenpopulation unterstützte.

„Das sehen wir in den Tierknochendaten. Grundsätzlich, wenn die Zeiten gut sind und viele Tiere anwesend sind, würde man erwarten, dass die Leute die Beute jagen, die am effizientesten ist”, sagt Weitzel. „Hirsche sind viel effizienter als beispielsweise Eichhörnchen, die kleiner sind, weniger Fleisch haben und schwieriger zu fangen sind.”

Ein einzelnes Reh oder eine Gans kann mehrere Menschen ernähren, aber wenn zu viel gejagt wird oder sich die Landschaft zu einer für die Tierpopulation ungünstigeren Landschaft ändert, muss der Mensch von anderen kleineren, weniger effizienten Nahrungsquellen leben.

Die Landwirtschaft war aufgrund dieses Ungleichgewichts trotz harter Arbeit möglicherweise eine notwendige Option zur Ergänzung der Ernährung.

 

 

Fazit

 

Trotz der gemischten Ergebnisse unterstützen die Befunde eher die These, eine Domestizierung sei in Zeiten mit weniger als einer idealen Menge an Lebensmitteln geschehen, sagt Weitzel.

 

 

Hier  geht es zur ganzen Studie.

 

 

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