Das Insektensterben ist inzwischen zum Dauerthema geworden.

Doch nicht nur die Insekten selbst, sondern auch andere Tiere sind von dieser Entwicklung betroffen – vor allem die Vögel, denen mit den Insekten auch eine wichtige Nahrungsquelle verloren geht.

Auch bei ihnen sind die Entwicklungen besorgniserregend: Während die Zahl der Vögel zwischen 1990 und 1998 in Deutschland weitgehend stabil blieb, sind zwischen 1998 und 2009 15 Prozent aller Vogelbrutpaare verschwunden. In Zahlen sind das etwa 12,7 Millionen Vogelbrutpaare weniger.

Neben dem Insektensterben ist dafür auch der Verlust ihres Lebensraums durch den Rückgang von vorübergehend unbewirtschafteten Brachflächen verantwortlich, der sowohl durch Bebauung wie auch landwirtschaftliche Intensivierung bedingt wird.

Umso wichtiger ist es, zum Ausgleich Vogelschutz zu betreiben. Und das kann schon mit kleinem Aufwand im heimischen Garten oder auch im größeren Stil auf landwirtschaftlichen Nutzflächen geschehen, wie zum Beispiel auch das Projekt F.R.A.N.Z zeigt.

 

 

Füttern erlaubt

 

Früher war es üblich, Vögel nur im Winter zu füttern, doch bedingt durch Klimawandel und Insektensterben wird mittlerweile eine ganzjährige Fütterung empfohlen.

Eine Futterstelle sollte so gebaut sein, dass das Futter nicht nass wird und kein Kot ins Futter gelangt.

Anstatt einer großen Futterstelle empfehlen sich mehrere kleine. So verbreiten sich Vogelkrankheiten weniger schnell.

Außerdem muss die Futterstelle regelmäßig gereinigt werden, da sich die Tiere sonst mit Salmonellose oder Trichomonaden infizieren könnten.

Als Basisfutter eignen sich Sonnenblumenkerne.

Freiland-Futtermischungen enthalten zusätzlich andere Samen unterschiedlicher Größe, die von unterschiedlichen Arten bevorzugt werden.

Weichfutterfresser wie Rotkehlchen, Heckenbraunellen, Amseln, Wacholderdrosseln oder Zaunkönige bevorzugen unter anderem Rosinen, Obst, Haferflocken und Kleie.

Auch die klassischen Meisenknödel sind eine Möglichkeit – allerdings sollten diese nicht in Plastiknetze eingewickelt sein, da sich die Vögel mit ihren Beinen darin verheddern und verletzen können.

Eine Fütterung am Boden ist nicht empfehlenswert, da das Vogelfutter zum einen Ratten anlocken kann und die fressenden Vögel dort leicht zum Ziel von Katzen werden.

 

 

Abkühlung gefällig?

 

Neben den Futterstellen können auch Trink- und Bademöglichkeiten für Vögel aufgestellt werden.

Bei heißem und trockenem Wetter können die Tiere dort ihren erhöhten Flüssigkeitsbedarf decken, aber auch im Winter werden diese genutzt, wenn keine natürlichen Wasserquellen in der Nähe sind.

Schicke Vogelbäder und Profi-Tränken gibt es im Fach- und Gartenhandel. Aber es reicht eine flache Schüssel, ein einfacher Blumentopf-Untersetzer oder ein ausrangierter Suppenteller, der mit klarem Wasser gefüllt wird.

 

Eine mit Wasser gefüllte Schale eignet sich als Vogelbad.

 

Das Gefäß sollte am Rand flach sein. Um verschiedene Vogelarten anzulocken, sollte die Tiefe zwischen 2,5 cm und 10 cm betragen.

Ein regelmäßiger Wasserwechsel, das Ausspülen und Sauberwischen der Schalen ist wichtig, da sich auch hier die für Vögel tödlichen Salmonellen oder Trichomonaden bilden können.

 

 

 

 

Im Regelfall sollte mindestens einmal die Woche die Tränke gereinigt und das Wasser gewechselt werden, bei Hitze am besten täglich.

Die Tränke sollte an einem Platz stehen, der für die Vögel gut einsehbar ist und nicht in unmittelbarer Nähe von Büschen. Vögel sind beim Baden sehr abgelenkt und werden sonst zu leichter Beute für anschleichende Katzen. Denn allein durch Katzen sterben in Deutschland laut NABU-Schätzung jährlich bis zu 100 Millionen Vögel.

Wer den Vögeln ein richtiges Badeparadies schaffen möchte, kann natürlich auch mehr Aufwand betreiben und einen Gartenteich anlegen.

Übrigens baden Vögel auch gerne im Sand, denn das hilft gegen Parasiten. Wer möchte, kann ihnen deshalb auch ein Sandbad in einer flachen Schale einrichten.

 

 

Natürliche Futterquellen schaffen

 

Als Alternative zur bietet sich eine Bepflanzung mit Nahrungsquellen an.

Viele heimische Gehölze oder Stauden eignen sich dafür.

Geeignete Gehölze:

  • Birnbaum

    Gehölze wie die Vogelbeere eignen sich als natürliche Futterquellen für Vögel.

  • Kornelkirsche
  • Schlehe/Schwarzdorn
  • Schwarzer
  • Speierling
  • Vogelbeere
  • Vogelkirsche
  • Weißdorn

 

Geeignete Stauden:

  • Disteln
  • Flockenblume
  • Königskerze
  • Mädesüß
  • Natternkopf
  • Rosen
  • Steinklee
  • Wald-Engelwurz
  • Wegwarte
  • Wilde Karde

 

Tipp: Stauden erst nach dem Winter zurückschneiden, da in den Stängeln viele Insekten überwintern, die den Vögeln als Nahrung dienen.

 

 

Projekt F.R.A.N.Z

 

Seit 2017 gibt es das Projekt F.R.A.N.Z – Für Ressourcen, Agrarwirtschaft & Naturschutz mit Zukunft.

Das Modellprojekt erforscht Methoden, um Vogel- und Naturschutz mit einem profitablen konventionellen Wirtschaften zu kombinieren.

Das Projekt wird von der Umweltstiftung Michael Otto und vom Deutschen Bauernverband koordiniert. Wissenschaftlich begleitet wird es von den Thünen-Instituten für Betriebswirtschaft, Biodiversität und Ländliche Räume sowie der Universität Göttingen und vom Michael-Otto-Institut im Naturschutzbund Deutschland (NABU).

In zehn Demonstrationsbetrieben in ganz Deutschland werden tragfähige Maßnahmen für mehr Biodiversität in der Agrarlandschaft erprobt, bei denen sich alle Landwirte Tipps für ihren Betrieb holen können.

Zu den Maßnahmen gehören:

  •  Das Anlegen von Blühstreifen mit Wildblumen wie Wicken, Malven, Kornblumen und Kamille, um damit Insekten anzulocken und so indirekt auch wieder den Vögeln zu helfen. Außerdem können die Blühstreifen den Vögeln als Nist- und Brutplätze dienen.
  •  Das Anlegen von “Fenstern” auf dem Acker. Zum Beispiel Feldlerchen können hier sicher landen und ungestörte Brutplätze im dichten Getreide auf der ca. 20 m² großen Fläche finden.
  • Das Anlegen von ca. 1 Hektar großen, kreisförmig oder quadratisch gestalteten Feldvogelinseln. Offenlandarten wie der Kiebitz brüten gerne in niedriger Vegetation auf temporär vernässten Böden. Feldvogelinseln dienen dem Kiebitz und anderen Offenlandarten nicht nur als Brutplatz, sondern sind auch ein wichtiges Nahrungs- und Deckungshabitat für dessen Jungvögel.

 

Mehr Infos zu den Maßnahmen und dem Projekt gibt es hier: https://www.franz-projekt.de

 

 

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