Bild: Wolf-Dietmar Unterweger aus „Echte Bauern retten die Welt“ (STV).

 

 

Unsere tausendjährige Bauernkultur ist schon lange das Thema des bekannten Naturfotografen Wolf-Dietmar Unterweger.

Die bewährte, naturnahe und nachhaltige Form der Landbewirtschaftung dokumentiert er seit Jahrzehnten mit seiner Kamera.

Gemeinsam mit seinem Sohn Philipp, einem promovierten Biologen, hat er nun das Werk „Echte Bauern retten die Welt!“ herausgebracht.

Heraus gekommen ist ein schön bebildertes, allerdings sehr realitätsfernes Buch voller Agrarromantik und wenig wirtschaftlicher Sehnsucht nach vorindustriellen Zeiten.

 

 

 

Die Idee

 

Wolf-Dietmar Unterweger bereist seit knapp 40 Jahren ganz Europa und fotografiert die Bauern, die er aus seiner Kindheit kennt und vermisst.

Er will dokumentieren, wie die Zahl der Kleinbauern immer mehr zurückgeht, wilde Weiden schrumpfen und Pferde immer weniger auf den Feldern ackern.

 

Bild: Wolf-Dietmar Unterweger aus „Echte Bauern retten die Welt“ (STV)

„Uns war der wehmütige Blick zurück aber zu langweilig und viel zu pessimistisch“, erzählt Philipp Unterweger.

Anfangs reiste er mit seinen Eltern noch eher passiv im Kinderwagen mit, später begann er selbst zu fotografieren.

Gemeinsam sammelten Vater und Sohn etwa 500.000 Bilder aus ganz Europa, das sie Land für Land mit dem VW-Bus bereisten.

„Mein Vater suchte die Vergangenheit – und hat dabei die Zukunft gefunden“, erklärt Philipp Unterweger. „Mein Vater ist promovierter Chemiker und ein Kind der Nachkriegszeit. Ich bin promovierter Biologe und ein Kind der Müsligeneration. Gemeinsam und mit geballtem Wissen haben wir nun diesen Bildkorpus sozialwissenschaftlich analysiert. In einem Generationenprojekt haben wir die Motive zu Inhalten verdichtet und Bild für Bild erklärt“.

 

 

Das Buch

 

Bild: Wolf-Dietmar Unterweger aus „Echte Bauern retten die Welt“ (STV)

Auf großformatigen Bildern werden Leben, Wirtschaftsweise und ökologische Zusammenhänge der traditionellen mitteleuropäischen Landwirtschaft gezeigt. Bauern, die noch mit Zugtieren pflügen und die Ernte einbringen, Knechte, Mägde und ländliche „Originale“ sind zu sehen.

 

Die bäuerlichen Arbeiten im Jahreskreis stehen dabei ebenso im Fokus wie das Tierleben auf dem Hof, die bäuerliche Wohnkultur, die Bauernhäuser, Bauerngärten, Streuobstwiesen, Feldraine, Hecken und die bäuerliche Kulturlandschaft.

 

Neben den Bildern stehen informative Texte von Philipp Unterweger, die traditionelles Wissen mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen verknüpfen und für eine nachhaltige, ökologische Landwirtschaft zur Bewältigung der Zukunft eintreten.

 

 

 

 

 

Die Intention

 

 

Das Werk bildet die Spuren einer vorindustriellen Bauernkultur ab.

Es versteht sich dabei nicht als nostalgischer Bildband, sondern als Fürsprecher für kleinbäuerliche Strukturen.

 

Bild: Wolf-Dietmar Unterweger aus „Echte Bauern retten die Welt“ (STV)

Das Buch steht für eine Landwirtschaft in bäuerlichen und kleinbäuerlichen Strukturen mit vielfältigen Aufgaben als Produzent von Biodiversität, Schönheit, Kultur, Kunst, Arbeitsplätzen, lebensfreundlicher Umwelt, Tradition, Heimat, Gerechtigkeit, unbelasteter, gentechnikfreier Futter- und Lebensmittel und als Garant einer sozial, wirtschaftlich, ökologisch nachhaltigen Lebensmittelversorgung und einer Zukunft ohne Hunger.

Die beiden Autoren möchten mit ihrem Vater-Sohn-Generationenprojekt Transformationsprozesse anstoßen und inspirieren.

Sie sehen in der Rückbesinnung auf traditionellen Anbau Lösungsideen für die Zukunft.

Die beiden treten für regionale Lösungen zur Begegnung globaler Probleme ein.

Sie plädieren für eine neue Landnutzungskultur, die „nicht nur Kalorien schafft, sondern auch Kunst, Kultur und soziale Gerechtigkeit“.

Im Anhang des Buches haben sie zudem einen Leitfaden zu einer nachhaltigen Bauernkultur beigefügt.

„Wir sind uns sicher: ‚Echte Bauern retten die Welt!‘. Sie schaffen Frieden. Sie machen satt und glücklich. Echte Bauern retten die Insekten und fördern die Biodiversität, sie fördern die soziale Gerechtigkeit und die Inklusion. Nur ein schöner Bauernhof fördert eine Gesellschaft auf Augenhöhe, bekämpft Fluchtursachen und macht unsere Gemeinschaft enkeltauglich und zukunftsfroh“, sagt Philipp Unterweger.

 

 

 

Fazit

 

 

Wenn die beiden Unterwegers von der „Poesie des Pflügens“ und „essbaren Traktoren“ philosophieren, schwingt viel verklärte Agrarromantik mit.

 

Bild: Wolf-Dietmar Unterweger aus „Echte Bauern retten die Welt“ (STV)

Sie möchten den Blick auf nachhaltige Bauernkulturen schärfen und treten gegen die „Ausweidung der Landschaft“ ein.

Wirtschaftliche Interessen blenden sie dabei weitgehend aus.

„Landwirtschaft ist ein zu technischer Begriff. In ihm steckt die Konnotation des Geldes“ schreiben sie und möchten am liebsten die Industrialisierung rückgängig machen.

Bei ihnen sind Bauernhöfe Sehnsuchtsorte, ihre Bauernwelt ist die der Märchen und Kinderbücher, nicht ein technisierter Wirtschaftszweig mit dem Menschen tatsächlich ihren Lebensunterhalt verdienen können.

Wer sich nicht stören lässt durch diese recht realitätsferne und wenig wirtschaftlich gedachte Sicht auf die Landwirtschaft, der bekommt stimmungsvolle, wunderschöne Bilder von Höfen und Bauern, die aus der Zeit gefallen scheinen.

Zwar haben Sonderkulturen keinen Platz gefunden in den Betrachtungen, die sich mehr auf Tierhaltung und Weidewirtschaft fokussieren, aber als kleine Zeitreise in eine längst vergessen geglaubte Welt vor der Industrialisierung und Automatisierung bietet das Werk schöne, nostalgische Einblicke.

 

 

Ein kleiner Einblick ins Buch :

 

 

 

 

Die Autoren

 

 

Wolf-Dietmar Unterweger, promovierter Dipl. Chemiker, wohnt in Wain, Unteres Allgäu. Seit 1982 ist er Buchautor und Fotokünstler.

Seine Werke handeln von der Nachhaltigkeit, Ökologie und Regionalisierung der bäuerlichen Welt.

 

Philipp Unterweger interessierte sich schon während seiner Schulzeit für die Zusammenhänge von Ökologie und Landwirtschaft.

Nach seinem Abitur absolvierte er den Zivildienst auf einem Biolandbauernhof.

Dort verstärkte sich seine Überzeugung in der Arbeit mit guten und nachhaltigen Lebensmitteln und wertigen Qualitätsprodukten und bekräftigte seinen Wunsch nach einer „Welt in 100 % Bio“.

Schließlich studierte er Biologie, Germanistik und Kunstgeschichte an der Universität Tübingen und promovierte zum Dr. rer. nat. in Biologie.

 

 

 

 

ISBN 978-3-7020-1757-6
Wolf-Dietmar und Philipp Unterweger
Echte Bauern retten die Welt!
232 Seiten, über 250 Abbildungen, 23 x 32 cm, Hardcover
€ 39,90

 

 

 

 

 

 

 

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